„Kriegszustand aller gegen alle“
Stets ein Gleichgewicht erhalten
Kurt E. Becker im Gespräch mit Edmund Burke
Das Gespräch findet sich in „OIKOS 1“, Lindemanns Bibliothek 2026.
Mein, Dein, Sein
Kurt E. Becker im Gespräch mit Thomas Hobbes
Das Gespräch findet sich in „OIKOS 1“, Lindemanns Bibliothek 2026.
Ohne bürgerliche Gesellschaft kein Eigentum
Kurt E. Becker im Gespräch mit Thomas Hobbes
Das Gespräch findet sich in „OIKOS 1“, Lindemanns Bibliothek 2026.
Keine Stadtkultur ohne ländlichen Untergrund
Kurt E. Becker im Gespräch mit Friedrich Naumann
KEB: Ihre Sicht auf das Verhältnis von Stadt- und Landbevölkerung würde mich interessieren, Herr Naumann?!
Naumann:… Noch vor hundert Jahren waren ...Vierfünftel der Bevölkerung ländlich. Es verbinden euch deshalb mit dem Lande die verwandtschaftlichsten Beziehungen. Wenn vom Dorfe geredet wird, so wachen älteste Erinnerungen in euch auf. Fast eure ganze Sprache hat ländlichen Ursprung in allen ihren Wendungen und Benennungen. Und sobald ihr könnt, geht ihr ganz aufs Land, beseht den Acker und die Gärten und das Vieh. Und dabei wird euch wohl, denn es weht Heimatluft.
Deshalb ist es völlig verdreht, wenn jemand Nur-Städter sein will mit Verachtung des ländlichen Untergrundes. Das ist falsch durch und durch, denn ohne Acker und Vieh kann kein Mensch leben. Ihr alle wollt Brot und Fleisch und Milch und Kartoffeln… So oft ihr euch zu Tisch setzt, verzehrt ihr Bauernfleiß. Ob der betreffende Bauer im Inland oder Ausland wohnt, es ist ein Ackersmann und ein Viehzüchter nötig, damit ihr leben könnt. So einfach diese Tatsache ist, so oft wird sie von den Städtern übersehen. Man sagt, dass man von der Industrie lebt, vom Verkehr, von der Bildung. Das ist alles schön und gut, aber Brot muss der Mensch haben, ehe er Fabriken aufrichten und Schulen herstellen kann.
KEB: Der Bauer als Liberaler, wie Sie unterstellen?!
Naumann: … Es gibt keine Stadtkultur ohne ländlichen Untergrund. Auch gibt es nicht einmal eine gute Stadtkultur, wenn draußen auf den Dörfern Armut, Unsauberkeit oder Krankheit waltet, denn vom Dorfe kommt die Milch eurer Kinder und der tägliche Aufbau eures eigenen Körpers. Ihr müsst wünschen, dass die Dörfer gesund, tüchtig und leistungsfähig sind. Deshalb hat auch der alte Liberalismus vor sechzig oder achtzig Jahren so viel Gewicht auf Bauernbefreiung gelegt. Die alten Liberalen wussten, dass der liberalste Mensch in der Welt ein selbständiger Bauer sein kann. Später hat es freilich oft Städter gegeben, die dafür kein Verständnis gehabt haben. Ihr könnt es nicht leugnen, dass bisweilen eure großstädtischen Zeitungen sich um die Landsorgen zu wenig gekümmert haben. Es war da gelegentlich ein Ton der Missgunst gegen alles ländliche Wesen, den ihr niemals dulden dürft…
KEB: Sie haben eine sehr klare Position zur Frage der Landwirtschaftspolitik…
Naumann: Wenn in der Stadt der Geschäftsgang daniederliegt, so ist der Markt des Landmanns tot. Es ist ein Geschäftsgang, von dem beide Teile leben, ein großes, gemeinsames Atmen geht durch den ganzen Volkskörper. Diese Gemeinsamkeit wird vom Liberalismus vertreten.
KEB: Lassen Sie uns aus Ihrer Sicht über Stadtplanung und in diesem Zusammenhang speziell über Berlin miteinander sprechen.
Naumann: Die Verkehrsverhältnisse Berlins sind nicht schlechter, sondern eher besser als die von Paris und Wien, aber ungenügend sind sie doch und rechnen nie mit dem unvermeidlichen Zuwachs der Zufuhr und des Menschengedränges. Es ist, als ob die Stadtverwaltungen immer erst vom Zuwachs überrascht werden müssten. Das gilt auch vom Bau von Schulen, Bädern, Spielplätzen. Wir gehen der Zukunft mit ungenügender Willenskraft entgegen.
KEB: Ein Manko fraglos in Anbetracht der Migration auch zu Ihrer Zeit!
Naumann: … Die absoluten Ziffern der Menschen, die ein menschenunwürdiges Wohnen ertragen müssen, wachsen beängstigend. In solchen Wohnungen sollen die zukünftigen wirtschaftlichen und militärischen Verteidiger des Vaterlandes geboren werden!
… Wo … ist bis heute der neue Zustand im Wohnungswesen? Alle unsere Baugenossenschaften sind bis jetzt noch junge Kinder mit geringen Kräften… Alle öffentliche Bautätigkeit ist nur ein Anfang. Das Erbbaurecht ist ein Versuch. Die Zusammenfassung der Mieter als gemeinsame Wirtschaftskraft ist kaum irgendwo erfolgreich zu spüren. Die Organisation des Proletariats versagt bis jetzt gegenüber dem Wohnungsproblem… Diese Lage ist peinlich für jeden, der die Wohnungsfrage in ihrem ganzen Umfange begriffen hat…
KEB: Ich danke Ihnen für dieses Gespräch.
Verschlimmert eure Ungerechtigkeit nicht
Kurt E. Becker im Gespräch mit Marquis de Sade
Das Gespräch findet sich in „OIKOS 1“, Lindemanns Bibliothek 2026.
„Zum ewigen Frieden, Entfernung unbekannt“
Kurt E. Becker im Gespräch mit Hans von Seeckt
Das Gespräch findet sich in „OIKOS 1“, Lindemanns Bibliothek 2026.
Den Erwerb von Grundbesitz erleichtern
Kurt E. Becker im Gespräch mit Alexis de Tocqueville
Das Gespräch findet sich in „OIKOS 1“, Lindemanns Bibliothek 2026.



